Startklar für die Telematik-Infrastruktur

SMC-B beantragen

Die Einführung der Telematik-Infrastruktur (TI) wurde im E-Health Gesetz festgeschrieben. Die TI ist ein sicheres Netz für das deutsche Gesundheitswesen und wird alle Beteiligten wie Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser, Kassenärztliche Vereinigungen, Apotheken und Krankenkassen miteinander verbinden. Ein sicherer und problemloser Datenaustausch – auch über Sektorengrenzen hinweg – soll ermöglicht werden.

So sind niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten ab dem 30.06.2019 verpflichtet, die Versichertendaten auf der elektronischen Gesundheitskarte online zu prüfen und zu aktualisieren (VSDM). Die Bestellung der Anbindung an die TI muss jedoch bis zum 31.12.2018 erfolgen.

Die gesetzlich geforderten weiteren Anwendungen wie Notfalldaten (NFDM) und Medikationspläne (eMP) der Patienten werden später nachgerüstet. Auch kommen dann erst der elektronische Arztausweis (eHBA) sowie die digitale Signatur (QES) zum Einsatz.

Viele Fragen zu diesem komplexen, technischen und noch viel politischeren Projekt rund um die elektronische Gesundheitskarte und den Anschluss Ihrer Praxis an die vielzitierte „Datenautobahn" versuchen wir im Folgenden mit knappen Worten zu beantworten.

Der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftrage, Peter Schaar, hat einen guten und ausführlichen Beitrag zum Thema "Datenschutz bei der eGK und in der Telematik-Infrastrutur" veröffentlicht.

 

Muss ich mich an die TI anschließen?

Jede Praxis mit einer KV-Zulassung muss sich an die TI anschließen. Weil es sich um eine gesetzliche Vorschrift (§291a ff. SGB V) für Ärzte handelt, sind die Krankenkassen ebenfalls gesetzlich verpflichtet, KV-Ärzten die Kosten für die Anschaffung und den dauerhaften Unterhalt/Betrieb der dafür notwendigen Geräte und Dienstleistungen über die KV zu erstatten.
Reine Privatpraxen sind vom Gesetz nicht betroffen und dürfen nicht angeschlossen werden.

 

Was benötige ich für die Anbindung meiner Praxis an die TI?

Sie benötigen einen Internetzugang sowie drei neue Komponenten und einen speziellen Dienstleistungsvertrag, um an die TI angeschlossen zu werden:

  1. TI Konnektor
  2. Neues stationäres Kartenterminal mit Sicherheitsmodul SMC-KT
  3. Praxisausweis (SMC-B-Karte)
  4. Dienstleistungsvertrag mit einem VPN-Zugangsdienstanbieter


Zusätzlich wird in jedem Praxis-Verwaltungs-System ein spezielles, zertifiziertes TI-Kommunikationsmodul zum Datenaustausch mit dem TI-Konnektor benötigt. DURIA hat diese Bestätigung der Konformität der Konnektorschnittstelle bereits im Februar erhalten. Die gematik bestätigt uns damit formal die korrekte und sichere Schnittstelle zum Konnektor. Die Tests mit den physikalischen Konnektoren sind ebenfalls postivi abgeschlossen worden.

Grundsätzlich dürfen in der TI nur Geräte und Software verwendet werden, die von der gematik und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zugelassen sind. Eine Liste der aktuell zugelassenen Komponenten veröffentlicht die KBV regelmäßig hier.

  TI Konnektor

Der Zugang zur TI erfolgt über einen sog. Konnektor. Er ähnelt in Aufbau und Aussehen einem DSL-Router, arbeitet allerdings auf einem deutlich höheren Sicherheitsniveau und muss daher spätestens alle 5 Jahre ausgetauscht werden. Er stellt ein sogenanntes virtuelles, privates Netzwerk (VPN) zur TI und zum KV-SafeNet her, so dass eine Kommunikation unter Einsatz moderner Verschlüsselungstechnologien völlig abgeschirmt vom Internet erfolgt.

Der Konnektor ist mit den stationären Kartenterminals sowie der Praxissoftware über die Netzwerkverkabelung verbunden.

  Stationäres Kartenterminal

Die neuen Kartenterminals sind notwendig, da die ursprünglich in 2011 flächendeckend für die eGK ausgelieferten Kartenterminals durch die massiven zeitlichen Verzögerungen im Projekt nicht mehr die aktuellen Sicherheitsanforderungen erfüllen. Die Geräte werden zusätzlich mit einem Sicherheitsmodul (SMC-KT) bestückt, welches dauerhaft versiegelt seitlich im Kartenterminal steckt.

  Praxisausweis (SMC-B-Karte)

Ein Praxisausweis wird (je BSNR) zur Anmeldung als medizinische Einrichtung in der TI benötigt. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Security Module Card Typ B (SMC-B). Die Karte wird bei der Installation der TI-Technik in eines der Kartenterminals gesteckt und über eine PIN freigeschaltet. Nur damit kann der Konnektor eine Verbindung zur TI aufbauen.

Eine erneute Eingabe der PIN ist erforderlich, wenn das Kartenterminal oder der Konnektor neu eingeschaltet wird. Nur mit freigeschaltetem Praxisausweis kann der Konnektor eine Online-Verbindung zur TI herstellen.

  VPN-Zugangsdienst

Für den Zugang zur TI benötigen Praxen einen speziellen VPN-Zugangsdienstanbieter – ähnlich einem KV-SafeNet oder Internetprovider. Dieser kümmert sich zusätzlich um die Wartung und die nötigen Updates des Konnektors und der Kartenterminals. Daher müssen auch die Zugangsdienstanbieter von der gematik zertifiziert werden.

Was ist eine „sichere Lieferkette“?

Alle für die TI benötigten Komponenten dürfen nicht mit der „normalen" Post oder „normalen" Lieferdiensten in die Praxis geliefert, sondern müssen in einer sog. sicheren Lieferkette zugestellt und persönlich vor Ort an den Arzt übergeben werden.

Dabei findet der Transport mit Sicherheitsdiensten und speziell ausgebildeten und zertifizierten Mitarbeitern statt. Auch die Lieferfahrzeuge müssen speziell abgesichert werden.

Nach Ablieferung in der Praxis sollten trotz aller evtl. vorhandenen Neugier die Kartons, in dem die Geräte angeliefert wurden, ungeöffnet sicher verwahrt und erst am Tag der Installation geöffnet werden. Nur so kann eine zwischenzeitliche Kompromittierung - die zu sofortigen Sperre der Geräte führen würde - sicher verhindert werden.

Alle diese Maßnahmen sind Bedingung für die Zulassung der Geräte und werden den Herstellern vom BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) vorgeschrieben.

Dieser ganze Aufwand soll verhindern, dass auf dem Weg zwischen der Fabrik des Herstellers und dem  Einsatzort in der Praxis Unbefugte die Geräte manipulieren und mit Abhöreinrichtungen kompromittieren bzw. in den Besitz der Zugangstechnologie gelangen.

Alleine hieran kann man erahnen, welch komplexe Logistik und Timinganforderungen dies an alle Beteiligten stellt.

Bietet die Duria eG ein Komplettpaket an?

Ja. Die vorläufigen Vertragsunterlagen sind fertig. Jedoch können die Preise für verschiedene Komponenten noch schwanken. Sobald diese verfügbar sind, werden diese mit dem Update und hier auf unserer Webseite verfügbar sein.

Der Praxisausweis
Der Praxisausweis (die sog. SMC-B) für die jeweilige BSNR kann nur von einem Arzt selber direkt beim SMC-B-Hersteller beantragt werden. Das dürfen wir Ihnen nicht abnehmen. Sie können den Praxisausweis aber über folgenden Link beantragen: Antrag SMC-B

Die Beantragung sollte aber erst erfolgen, wenn ein konkreter Installationstermin für den Konnektor vereinbart wurde, da auch die SMC-B nach spätestens 5 Jahren ausgetauscht werden muss.

Ab wann wird installiert?

Frühester Installationstermin wird aus heutiger Sicht (Stand Oktober 2018) Ende 2018 bzw. im ersten Quartal 2019 sein, die Vergabe der Installationstermine erfolgt in der Reihenfolge der Eingänge der Bestellungen. Sobald ein Bestellformular verfügbar ist, wird dies per Update, oder hier auf unserer Webseite angeboten.

Da sich derzeit aber noch alle von uns unterstützten Konnektoren und VPN-Zugangsdienste im Zulassungsverfahren befinden, können wir aktuell noch keine Installationstermine vergeben.

Wir und Ihr DURIA-Support-Center werden einige Zeit brauchen, bis wir alle Praxen beliefert und installiert haben. Denn wir können nicht zuletzt aufgrund der aufwendigen Dokumentationsauflagen und Formalien bei der Inbetriebnahme nur eine begrenzte Anzahl von Praxen pro Woche bestücken! - Und das geht allen anderen Firmen genauso, denn weder Konnektoren noch entsprechend zertifizierte Techniker wachsen auf Bäumen.

Wie lange dauert die Installation in der Praxis?

Je Praxis werden ca. 3-4 Stunden benötigt, um den in vielen Praxen typischen Kabelsalat unter der Anmeldung so zu entwirren, dass die neuen Geräte ins Netzwerk eingebunden und mit Strom versorgt werden können. Dabei kann es, je nach individuellem „Kabelsalatzustand“, zu kurzen Unterbrechungen im Praxisbetrieb kommen. Die notwendigen Einstellungen in DURIA zur Aktivierung des zertifizierten TI-Kommunikationsmoduls, eine Einweisung in die neuen Funktionen, sowie die Handhabung der PIN-Eingabe beim Praxisausweis, finden im Idealfall im laufenden Betrieb statt.

Sprechen Sie bitte vor der Installation mit Ihrem DURIA-Support-Center, ob es zu Unterbrechungen kommen wird.

Was geschieht mit dem alten Kartenleser?

Der bisher genutzte Kartenleser lässt sich zwar nicht an den Konnektor anschließen, bleibt aber nach Möglichkeit als Reservegerät am PC angeschlossen und kann, genauso wie das vorhandene mobile Lesegerät, voraussichtlich für die nächsten Jahre problemlos weiterverwendet werden.

Kann ich irgendeinen Konnektor bestellen?

Nein! Die Schnittstelle für das (Remote-)Management des Konnektors ist herstellerspezifisch und nicht "einfach so" mit DURIA kompatibel. Daher sind mit DURIA nur Konnektoren funktionstüchtig und von uns supportbar, für die entsprechende Management-Schnittstellen programmiert wurden. Die TI-Schnittstelle der Konnektoren ist jedoch durch die Gematik spezifiziert und DURIA kann mit allen Konnektoren kommunizieren.

Wer entschädigt mich dafür, wenn die KV-Erstausstattungs-pauschale nicht ausreicht ggf. das Honorar um 1% gekürzt wird?

Im Moment niemand! - Da müssen Sie ggf. bei Ihrer KV nachfragen, ob der Gesetzgeber nochmals die Frist für die Honorarkürzungen nach hinten verschiebt. Die bisherigen, abgestaffelten Erstattungspauschalen und Fristen wurden allesamt Ende 2016 bzw. Anfang 2017 „ausgewürfelt“:

Diese betragen nun (Stand: 12.10.2018) ab dem Q4/2018 1.982.,00€ (1.547,00€ für Konnektor und 435,00€ für das Terminal) Quelle: KBV

Praxisgemeinschaften und überörtliche Praxen können sich allerdings zurücklehnen, denn durch die Mandantenfähigkeit von DURIA benötigen sie ja nur eine Komplettausstattung, bekommen aber mindestens zwei Erstausstattungspauschalen von der KV ausgezahlt.

Brauche ich neben dem Konnektor auch einen Internetrouter?

Ja, unbedingt! Der Konnektor kann nicht alleine Online gehen, denn er kann selbständig keine Internetverbindung aufbauen.

Was passiert mit meinem KV-SafeNet?

Solange in der Praxis noch kein Konnektor installiert ist oder noch nicht alle für die Praxis relevanten Anwendungen/Dienste im KV-SafeNet von der gematik zertifiziert wurden (z.B. PVS-Abrechnung, DMP-Datenannahme), erfolgt der Zugang zum KV-SafeNet über den bestehenden (Duria-)KV-SafeNet Router.

Sobald alle KV-SafeNet-Dienste auch über den Konnektor verfügbar sind, brauchen die Daten nicht mehr über den KV-SafeNet-Router geschickt zu werden. Ggf. ist eine Einstellung in Ihrem bestehenden Router oder an den Arbeitsplätzen notwendig.

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