27.10.2017

TI - Was ist denn nun?

Der Bundesgesundheitsminister hat Anfang Juni den Praxisbetrieb für die Telematikinfrastruktur (TI) verkündet.

Die TI stellt eine flächendeckende Vernetzung der Beteiligten (Praxen, Krankenhäuser, Apotheken, Kassen, …) dar, über die - unter den höchsten Sicherheitsbestimmungen - verschlüsselt Patientendaten ausgetauscht werden können. Sie wird betrieben von der gematik, deren Gesellschafter die Spitzenorganisationen der Leistungserbringer und Kostenträger im Gesundheitswesen sind. Den Start bildet der Online Abgleich der Daten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gegen die Daten, die bei den Krankenkassen liegen.

Erst in späteren Phasen sollen medizinische Anwendungen über die TI angeboten werden. Den jüngsten Beschlüssen der gematik Gesellschafterversammlung folgend sollen die Notfalldaten und der elektronische Medikationsplan mit der qualifizierten digitalen Signatur folgen. Die Daten der beiden Anwendungen sollen auf der eGK gespeichert werden.

Am 01. Juli 2017 hat formal der Rollout der TI begonnen. Derzeit steht noch eine Frist im eHealth-Gesetz, dass die Praxis bis zum 30. Juni 2018 an die TI angeschlossen sein muss, ansonsten drohen Strafzahlungen. Es existiert eine Rechtsverordnung für eine Fristverlängerung bis zum 31.12.2018, diese muss aber vom Bundesrat noch beschlossen werden. Der Vorstand der KBV hat vor wenigen Tagen sich dahingehend geäußert, dass er an ein Ausrollen der TI bis Ende 2018 glaubt.

Soweit die Eckpunkte. Wie sieht es derzeit tatsächlich aus?

Die TI besteht aus mehreren Komponenten (Konnektor, Kartenterminal, VPN-Zugangsdienst, etc.).

Auch vier Monate nach der Verkündung des Starts ist keine einzige Komponente abschließend freigegeben worden. Keine Komponente erfüllt die hohen Anforderungen der gematik. Die ersten Komponenten sind seit Monaten in der Zertifizierungsphase.

Da es einigen namhaften Beteiligten zu lange dauert, werden - an der TI vorbei - eigene Vernetzungsprojekte forciert. Das Thema „Gesundheitsakten“ bekommt derzeit einen sehr hohen Stellenwert und ist zunächst unabhängig von der TI zu sehen.

Ob und wann die TI nun flächendeckend verfügbar ist, vermag man derzeit nicht mehr zu sagen. Gleichwohl müssen wir uns – wie alle Mitbewerber auch - als Softwarehaus vorbereiten. Wir setzen derzeit die Schnittstelle zur TI im DURIA Programm um und testen diese gegen eine Simulationssoftware der gematik - mangels fehlender Komponenten und einer fehlenden Testumgebung. Bei erfolgreichem Test wären wir softwareseitig formal „TI-ready“. Auf eine weitere Kommentierung der aktuellen Situation verzichten wir an dieser Stelle.

Unser Ziel ist, unseren Mitgliedern – also Ihnen – ein Komplettpaket aus den o.g. Komponenten bereitzustellen. Dazu führen wir aktuell Gespräche mit verschiedenen Herstellern von Komponenten der TI. Um unsererseits einige Kennzahlen in die Verhandlungen einbringen zu können, werden wir Ihnen in den nächsten Tagen weitere Informationen zukommen lassen und Sie um Mitteilung bitten, ob Sie an einem Komplettpaket interessiert sind. Die Planungen für einen möglichen Rollout sind angelaufen.

Da die Einführung der TI in den Praxen mit einer gewissen Vorbereitungsphase verbunden ist, möchten wir Sie zudem bitten, sich mit Ihrem Duria-Support-Center in Verbindung zu setzen, um ggfs. einen Termin auszumachen, damit die Gegebenheiten vorort geprüft werden können.

Wir hoffen, dass wir mit dieser Darstellung einen Einblick in die derzeitige unbefriedigende Situation für Sie und uns vermitteln konnten.

[UPDATE] Der Bundesrat hat die Fristverlängerung bis zum 31.12.2018 beschlossen.

Autor: Dr.rer.nat. Erich Gehlen | Download des Anschreibens

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